Gesunden Zucker naschen – Storcks irreführende Werbelyrik
11. Mai 2011 | Geschickt hat Storck es ja angestellt mit seinem Erfolgsprodukt nimm2. Seit 1962 schon versucht der Süßwarenherstellern Eltern und Kindern mit einer ausgeklügelten Vermarktungs- und Werbestrategie einzureden, nimm2 seien die irgendwie besseren Süßigkeiten.
Ganz am Anfang hieß es noch „ein gesundes Bonbon“, ein nimm2-Werbespot von 1965 dichtete gar, nimm2 sei „so gesund wie Sonnenschein, Obst und frisches Gemüse“. In den 1980er Jahren bewarb Storck seine Bonbons dann mit dem Werbespruch „Gesunde Vitamine naschen“, heute heißt es nur noch „Vitamine und Naschen“. Die ganz dreiste Sonnenschein-Gesundheitswerbung ist inzwischen subtileren Strategien gewichen, schließlich muss man direkte Gesundheitsversprechen inzwischen belegen. Aber die Storck-Strategen sind ja mit allen Wasser gewaschen und machen es ganz geschickt: Die nimm2 „Lachgummis“ zum Beispiel werden mit dem Slogan „Lachen ist gesund“ vermarktet. Das ist keine gesundheitsbezogene Aussage, auf die man Storck festnageln könnte. Vor Klagen muss sich das Unternehmen also nicht fürchten. Trotzdem kann Storck sein Produkt nimm2 so bequem in Zusammenhang mit dem Wort „gesund“ nennen. Eine ausgeklügelte Marketingstrategie, die Verbraucher offenbar in die Irre führen soll.
Außerdem betonen die Verpackungsdesigner und Werbetexter gern den „Fruchtsaft“, der in den Bonbons steckt. Kein Wunder, das klingt schließlich nach Natürlichkeit und nach natürlichen Vitaminen. Tatsächlich enthalten die Bonbons aber gerade mal klägliche 1,3% Fruchtsaftkonzentrat. Das kommt laut nimm2 etwa 5% Saft gleich. Pro 300-Gramm-Verpackung nimm2 wären das 15 Milliliter Saft. Eine winzige Menge – vor allem im Vergleich zum insgesamt enthaltenen Zucker, der mit rund 206 Gramm, das sind 69 Stück Würfelzucker, pro Tüte zu Buche schlägt.