Zucker in der Tüte, Ampel auf die Tüte!
25. Mai 2009 | Fruchtsaftgetränke wie Capri-Sonne gehören ähnlich wie Limonade oder Brause zu den „Erfrischungsgetränken“. Mit oder ohne Kohlensäure sind diese Getränke einer der bedeutendsten Risikofaktoren für Übergewicht bei Kindern. Denn sie enthalten in den meisten Fällen viel Zucker und viele Kalorien, machen aber nicht satt. Unbemerkt „sammeln“ Kinder so über das Trinken viele zusätzliche und unnötige Kalorien.
Capri-Sonne will solcher Kritik offenbar schon im Vorfeld begegnen und schreibt auf der Internetseite: Capri-Sonne enthält nur etwa so viel Zucker wie ein Glas Saft. Das stimmt. Allerdings stecken in Fruchtsaft keine Zusatzstoffe, dafür aber deutlich mehr Früchte, Nährstoffe und Vitamine als in „Fruchtsaftgetränken“. Und auch Saft ist kein guter Durstlöscher. Denn ähnlich wie Capri-Sonne enthält er neben viel Zucker auch viel Säure, die schlecht für die Zähne ist. Kinderärzte empfehlen darum Wasser, ungesüßte Tees und stark verdünnte Fruchtsaftschorlen zum Durstlöschen.
Das alles hindert Hersteller Wild jedoch nicht daran, der zuckrigen Capri-Sonne das Image eines gesunden Kindergetränks zu verpassen. Und dabei nicht einmal die Nährwerte auf die Packung zu drucken. Eltern und Kindern gegenüber ist das unverantwortlich.
Mit der Ampelkennzeichnung würde der Schwindel sofort auffallen: Capri-Sonne würde einen roten Punkt für den Zuckergehalt bekommen. Das gilt übrigens auch für die Geschmacksrichtungen, die als „zuckerarm“ mit „30% weniger Zucker“ beworben werden.
Eine Fruchtsaftschorle aus einem Teil Saft und drei Teilen Wasser, so wie sie für Kinder empfohlen wird, enthält dagegen nur ein Viertel des Zuckers und der Kalorien und ist außerdem wesentlich zusatzstoffärmer.
*Capri-Sonne "Wild Berries - 30% weniger Zucker" 0,33l; Capri-Sonne Orange 0,2l; Orangensaftschorle 1:3 verdünnt, ca. 0,2l
Mitmachen für die Ampelkennzeichnung!
foodwatch kämpft dafür, dass die Ampel als Nährwertkennzeichnung verpflichtend für alle Lebensmittel in der gesamten EU eingeführt wird. Denn damit können Verbraucher versteckte Dickmacher und Zuckerbomben auf den ersten Blick erkennen. Egal, wie blumig die Werbeversprechen der Hersteller sind. Die Industrie wehrt sich aus Leibeskräften dagegen. Zum Beispiel deshalb, weil die Ampel auf den ersten Blick entlarven würde, wie viel Zucker in Capri-Sonne steckt.
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Mehr Informationen zur Ampel finden Sie auf der foodwatch-Homepage.